Die Verlegung auf Fußbodenheizung

Berthold Massivholzdielen werden mit einer Restfeuchte von 9% (+/-2%) ausgeliefert. Diese Feuchte entspricht in etwa der Holzausgleichsfeuchte bei einer relativen Luftfeuchte von 50-65% und einer Temperatur von ca. 20°C. Mit dieser Feuchte garantieren wir eine hohe Passgenauigkeit, die bei der Fertigung nur um max. 0,5mm von der angegebenen Breite abweichen darf. Bei Einhaltung dieser Werte ist nicht mit nennenswerter Fugenbildung zu rechnen.

Holz als hygroskopischer Werkstoff reagiert auf seine Umgebung. Durch die Feuchtigkeitsabgabe oder -aufnahme verändern sich die Dimensionen der Dielen. Dies kann mit einem differentiellen Quell- und Schwindmaß berechnet werden. Dabei wird unterschieden nach Längen- und Breitenveränderungen und innerhalb der Breite nach tangentialen oder radialen Einschnitt (liegende oder stehende Jahresringe). Das Quell- und Schwindverhalten in der Länge ist zu vernachlässigen, in der Breite nach Holzart und Einschnitt unterschiedlich, kann aber mit etwa 0,25% Formatänderung bei 1% Feuchteänderung gemittelt werden.

Sinkt die Holzfeuchte, so schwindet das Holz und im Fußboden zeigen sich Fugen. Dieser Zusammenhang wird auch in der Tabelle auf Seite 23 unseres Prospektes Massivholzdielen "Qualität fürs Leben" erläutert. 5% Restfeuchtenminderung x 0,25% Quell- und Schwindmaß sind 1,25% einer Breite von 128mm, also ca. 2mm. Diese Werte sind gemittelt, auch innerhalb einer Holzart kommt es zu leicht unterschiedlich ausgeprägten Formatänderungen, die aufgrund des Wuchsgebietes und der Lage der Diele im Stammquerschnitt (Rand- oder Kernbereich) immer ein wenig variieren können.

Wenn Holz auf einer Fußbodenheizung verlegt wird, trocknet dieses in den Heizperioden wegen der Wärmedurchleitung zusätzlich aus. Die Restfeuchten sinken auf sehr trockene Werte. Um Schäden in den Belägen zu vermeiden, müssen bei einer derartigen Verlegung die Verlegevorschriften unbedingt eingehalten werden.

Die Vorschriften für eine Verlegung von berthold Massivholzdielen auf eine Fußbodenheizung sehen vor:

  • max. Vorlauftemperatur in den Heizschlangen 55°C
  • max. Temperatur auf Estrichoberfläche 26°C
  • max. Holzfeuchte des Parketts 9% (+/-2%)
  • alle Materialien (Holz/Kleber/Korkdämmung etc.) zusammen dürfen nicht mehr als 0,15m²K/W haben.

Die Formel für die Berechnung des Wärmedurchlasswiderstandes (m²K/W) lautet:

Stärke der Schicht in Meter, dividiert durch den λ-Wert. Die ermittelten Zahlen für verschiedene Schichten werden addiert.

Beispiele:

  • 21 mm Massivdiele Eiche: 0,021m : 0,17λ = 0,12m²K/W = Innerhalb des zulässigen Wertes!
  • 20 mm Massivdiele Fichte: 0,020 m : 0,12λ = 0,17m²K/W = Der zulässige Wert ist überschritten!

Im Mittel werden für Harthölzer λ = 0,15 und für Nadelhölzer λ = 0,12 gerechnet.

Achtung:

Die schwimmende Verlegung unter Verwendung einer Korkbahn überschreitet den zulässigen Wert.

Beispiel: Klammerboden Eiche auf Korkbahn

Eiche 0,021m : 0,17λ = 0,12m²K/W

Kork 0,002m : 0,04λ = 0,05m²K/W

Beide Ergebnisse addieren sich zu 0,17 m²K/W, überschreiten also den zulässigen Wert.

Die sinnvollste Verlegeart ist also die vollflächige Verklebung mit einem für die Verlegung von Massivholz zugelassenen Kleber. Als Faustformel kann gesagt werden: Leichte und nervöse Hölzer sind für eine Verlegung auf Fußbodenheizung nicht zugelassen. Erlaubt ist eine Verarbeitung von Hartholz in den Stärken 15mm und 21mm.

Nicht zugelassen aus unserem Programm sind:

Lärche sibirisch, Fichte nordisch, Kiefer nordisch, Esche, Walnuss, Kirsche, Hainbuche.

Zugelassen aus unserem Programm sind:

Ahorn kanadisch, Buche, Eiche, Räuchereiche, Wenge, Merbau. 

Zugelassen sind ausschließlich Massivholzdielen mit Nut und Feder in 15 und 21mm Stärke, 120, 130, 140 mm Deckbreite sowie bis zu einer Länge von 2000 mm.

Voraussetzung ist aber in jedem Fall die Prüfung des Estrichs nach DIN 18356.